Kinesio-Taping

Veränderungen in der Schwangerschaft und nach Geburt

Während der Schwangerschaft nimmt die Belastung der Muskeln, Bänder und Gelenke durch das wachsende Gewicht des Babys kontinuierlich zu. Statische Veränderungen durch den größer werdenden Bauch der Mutter führen sehr oft zu Überlastung der Bauch- und Rückenmuskulatur und somit vielfach zu Problemen in der LWS-Region. Die hormonell bedingte Lockerung der Bandstrukturen führt typischerweise zu Irritationen des Iliosakralgelenkes.

Etwa 70 Prozent aller schwangeren Frauen leiden unter Rücken- oder Beckenschmerzen.

Nach der Geburt entsteht durch die Haltung beim Stillen, Tragen des Babys und die noch nicht gefestigte Bauchmuskulatur häufig eine Überbelastung der Schulter-, Nackenregion mit damit einhergehendem Spannungskopfschmerz.

Was ist Kinesio Tape?

Kinesio-Tape ist ein natürliches Heilverfahren, das in den 1970er Jahren durch den japanischen Chiropraktiker Dr. Kenzo Kase entwickelt wurde.

Das Verfahren soll die Selbstheilungskräfte des Körpers aktivieren, kann Verspannungen und Blockaden lösen sowie die Funktionen des Blut- und Lymphsystems unterstützen.

Die positive Wirkung auf die Muskeln kommt daher, dass die Haut durch das elastische Tape bei jeder Bewegung ganz sanft angehoben und massiert wird. Das regt Lymph- und Blutfluss an, Muskeln werden stärker durchblutet und lockern sich dadurch.

Moderne Kinesio-Tapes sind elastische Baumwollbänder, deren Unterseite mit einem hautfreundlichen Kleber imprägniert ist.

Ihre Dicke, ihr Gewicht und ihre Dehnungsfähigkeit sind den Eigenschaften der menschlichen Haut sehr ähnlich.

Die Tapes werden auf die Haut geklebt und sollen dort zwischen fünf und sieben Tagen verbleiben. Duschen oder Baden ist damit problemlos möglich. Ihre Wirkung erzielen sie mit Hilfe verschiedener Klebetechniken (abhängig davon, ob Schmerzlinderung, Verbesserung der Muskelspannung oder Unterstützung der Entspannung im Vordergrund stehen).

Kinesio-Tape hat keine bekannten Nebenwirkungen. Die Tapes werden meist auch von Allergikern gut vertragen. Meist gewöhnen sich die Trägerinnen schnell an die Tapes auf ihrer Haut und spüren sie nach kurzer Zeit nicht mehr. Falls die Behandlung als unangenehm empfunden wird, kann sie zu jedem Zeitpunkt abgebrochen werden.

Die Kosten für die Behandlung werden von den gesetzlichen Krankenkassen nicht übernommen.

Bei welchen Schwangerschaftsbeschwerden kann man Kinesio-Taping anwenden?

  • Schulter-, Nackenschmerzen
  • Kopfschmerzen und Migräne
  • Rückenschmerzen und Ischiasbeschwerden
  • Unterstützung der Bauchmuskulatur, Wachstumsschmerz am Nabel
  • Rippenschmerzen, Unterstützung der Atmung
  • Unterstützung der Rückbildung nach Geburt
  • Bei Rektusdiastase
  • Haltungskorrektur nach Entbindung
  • Narbentape nach Kaiserschnitt

Ausbildung Kinesio-Taping: Mona Lickteig und Dr. Sabrina Noll

Bei Fragen sprechen Sie uns gerne an!